23.11.2022

Umweltmanagementsystem 2.0: Der erste Dominostein ist längst gefallen

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Der «gut ge­nug» An­satz zur Er­fül­lung der ISO 14001 ge­nügt nicht mehr. Nach­hal­ti­ges Wirt­schaf­ten braucht ein neu­es Ver­ständ­nis in der Nut­zung ei­nes Um­welt­ma­nage­ment­sy­stems

Es gibt in der Schweiz über 6’000 Fir­men­stand­or­te, die ISO 14001 zer­ti­fi­ziert sind (ge­mäss ISO Sur­vey, 2021). Neh­men wir mal na­iv an, dass al­le Un­ter­neh­men auch die Ab­sicht ha­ben, die Vor­ga­ben des Stan­dards – nen­nen wir ihn jetzt Um­welt­ma­nage­ment­sy­stem 1.0 oder kurz: UMS 1.0 – «so gut als mög­lich» zu er­fül­len. Ge­nügt die­ser An­satz in der ak­tu­el­len Zeit?

Ei­ne wich­ti­ge Ein­schrän­kung im bis­he­ri­gen Denk­mu­ster ist die Fo­kus­sie­rung auf den be­trieb­li­chen Um­welt­schutz. Im UMS 1.0 ist in der Re­gel fol­gen­der An­satz zu be­ob­ach­ten: Was wir nicht di­rekt be­ein­flus­sen kön­nen, be­trach­ten wir als we­nig re­le­vant und be­schäf­ti­gen uns dar­um nicht da­mit.


Die­se Hal­tung funk­tio­niert nicht mehr. War­um? Ver­schie­de­ne An­spruchs­grup­pen, al­len vor­an Kun­din­nen und Kun­den, ha­ben kla­re Er­war­tun­gen an un­ser Ver­hal­ten in der gan­zen Lie­fer­ket­te. Die Dy­na­mik bei Kun­den, In­ve­sto­ren und selbst bei den Ge­setz­ge­bern ist enorm hoch, rich­ti­ge Do­mi­no­ef­fek­te spie­len sich da ab.


Die Ver­än­de­run­gen un­se­res Kli­mas und Na­tur­er­eig­nis­se aus der jüng­sten Ver­gan­gen­heit ma­chen die Dring­lich­keit be­wusst: In­di­vi­du­en, Or­ga­ni­sa­tio­nen, Staa­ten und Ge­sell­schaf­ten müs­sen han­deln und neue Hal­tun­gen ent­wickeln. Un­zäh­li­ge In­itia­ti­ven un­ter­schied­li­chen Ak­teu­re wer­den da­für ge­star­tet. Ein sehr star­ker Trei­ber ist z.B. die Scie­ne Ba­sed Tar­get In­itia­ti­ve. Sie wirkt als er­ster Do­mi­no­stein und bringt ei­ne Ent­wick­lung ins Rol­len: Die Zahl der Fir­men, die dar­an teil­neh­men, scheint ex­po­nen­ti­ell zu stei­gen. Je­de teil­neh­men­de Un­ter­neh­mung ver­pflich­tet sich, die CO2-Emis­sio­nen in der ei­ge­nen Or­ga­ni­sa­ti­on als auch in der Lie­fer­ket­te zu re­du­zie­ren. Das Do­mi­no läuft wei­ter: Kaum ein Lie­fe­rant bleibt von sol­chen For­de­run­gen un­be­rührt.

Ne­ben dem er­wei­ter­ten Fo­kus auf die gan­ze Wert­schöp­fungs­ket­te ist es sinn­voll, ei­ne ganz­heit­li­che Sicht ein­zu­neh­men. Die Tren­nung der The­men Qua­li­tät, Um­welt, Ar­beits­si­cher­heit, Ge­sund­heit und Men­schen­rech­te ist nicht mehr zeit­ge­mäss. Um die kom­ple­xen Fra­ge­stel­lun­gen un­se­rer Zeit zu lö­sen, müs­sen wir un­ter­schied­li­ches Ex­per­ten­wis­sen zu­sam­men­brin­gen. Ko­ope­ra­ti­on, In­ter­dis­zi­pli­na­ri­tät, Trans­pa­renz und Krea­ti­vi­tät wer­den zu den Er­folgs­fak­to­ren im nach­hal­ti­gen Wirt­schaf­ten.

Die wich­tig­sten An­for­de­run­gen an ein wirk­sa­mes Um­welt­ma­nage­ment­sy­stem 2.0 und die Un­ter­schie­de zum UMS 1.0 sind in der Ta­bel­le zu­sam­men­ge­stellt.

Ein ak­ti­ves und wirk­sa­mes Um­welt­ma­nage­ment­sy­stem ist ei­ne aus­ge­zeich­ne­te Ba­sis, um die Chan­cen des nach­hal­ti­gen Wirt­schaf­tens zu nut­zen. Die be­stehen­den Struk­tu­ren, Re­gel­krei­se und Vor­ar­bei­ten sind wert­voll und wei­ter­hin nutz­bar. Zu­sätz­lich braucht es jetzt pri­mär neue Hal­tun­gen und Fä­hig­kei­ten im Un­ter­neh­men, um das Po­ten­ti­al des UMS 2.0 zu nut­zen.

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