Der Tausendsassa

Guido Schaniel würde gerne bei Ärzten Lean Management einführen und findet, dass Kinder die weltbesten 5W-Experten sind. Bei der SAQ-QUALICON ist er als Dozent für Lean & Six Sigma in den Lehrgängen Lean Six Sigma Green Belt und Lean Six Sigma Black Belt tätig.

 
 

Was wollten Sie werden, als Sie 13 waren?

Es gab keinen Traumberuf im eigentlichen Sinn. Mein Studium habe ich mir zwei Wochen bevor ich begann statistisch eruiert. Die Fächer, die mir am meisten gefielen, habe ich mit einem Punktesystem bewertet. Die Summe gab den Studiengang vor. Werkstoff hat gewonnen, mit einem kleinen Vorsprung zu Maschineningenieur.

 
 

Was ist tatsächlich aus Ihnen geworden?

Ein Tausendsassa. Einer der viele, viele Bereiche kann.

 
 

Was macht aus Ihrer Sicht ein wirklich gutes Unternehmen aus?

In einem guten Unternehmen vertraut man den Mitarbeitern und schätzt ihr Know-how. Der Glaube an die Mitarbeiter und deren Wertschätzung sind die Schlüssel zum nachhaltigen Erfolg.

 
 

Wie «lean» ist Ihr privater Alltag?

Das morgendliche Ritual ist komplett lean. Ich habe sehr viele Parallelprozesse gleichzeitig laufen, damit ich so schlank wie möglich in den Tag starte. 5S ist die Challenge.

 
 

Bei welcher Gelegenheit waren Sie enttäuscht von oder verärgert über die Kompliziertheit oder «Unschlankheit» einer Leistung oder eines Produkts?

Der Erfüllungsgrad meines 3D-Druckers aus den USA hat mich am meisten aufgeregt: es fehlten 5 - 10% der Schrauben, obwohl es ein «Komplett-Kit» war. Die fehlenden Schrauben in der Schweiz aufzutreiben war eine Herausforderung. Nach diesem Erlebnis wusste ich wieder, was Schweizer Qualität ausmacht. Die Firma, bei der ich den Drucker bestellt habe, existiert heute nicht mehr.

 
 

Womit gehen Sie gerne verschwenderisch um?

Mit der gemeinsamen Zeit mit meinen Kindern. Dort geht es mir ums Maximieren. (Guido Schaniel hat eine 7-jährige und eine 10-jährige Tochter).

 
 

Wo würden Sie gerne Lean Management einführen und warum?

Bei den Ärzten. Wenn man die „Root Cause“, also die Hauptursache, findet, würden auch die Krankheitskosten nach unten gehen. Häufig werden mehr Symptome bekämpft, anstatt die Hauptursache zu suchen oder zu finden. Dort liegt für mich das grösste Sparpotenzial.

 
 

Wie sind Sie dazu gekommen, bei SAQ QUALICON als Dozent zu arbeiten?

Der Mensch hat Eigenschaften, und hier kann ich meine Eigenschaften am besten an Mann und Frau bringen und die Leute positiv weiterbringen. Ich habe immer einen Ort gesucht, wo ich mich und meine Eigenschaften nutzbringend einsetzen kann. Mein vielfältiges Wissen ist mir sonst in Firmen eher ein Hindernis und wird kaum genutzt.

 
 

Was schätzen Sie bei Ihren Kursteilnehmern?

Die aktive Teilnahme und die Fragen, die sie stellen. Wenn die Teilnehmer mich „challengen“, macht es mir am meisten Spass. Ich merke dann sofort, wo ich nicht 100%-ig sattelfest bin, da lerne ich dann automatisch dazu.

 
 

Ihre Superhelden im wirklichen Leben?

Kinder. Weil sie im Jetzt leben und die Dinge mit 5 Warum angehen. 5W par Excellence. Unendlich warum.

 
 

Ihr größter Fehler?

Weisheit ist die Summe aller unserer Fehler. Ich habe eine grosse Summe.

 
 

Welches Talent besässen Sie gerne?

Weniger Talente.

 
 

Ein Trend, der unterschätzt wird?

Gewaltfreie Kommunikation. Wohlwollende Kommunikation.

 
 

Ihre Lieblingsblume?

Die Eisblume. Auf Schnee fühle ich mich wohl. Als Engadiner ist man damit neun Monate im Jahr aufgewachsen. Blumen gibt es da erst ab Mitte Mai.

 
 

Welchen Titel sollte ein Portrait über Sie tragen?

Zufriedenheit par excellence. Das ist, was ich anstrebe.

 
 

Ihre Lieblings App?

Für die Arbeit als Dozent: Notebloc.

 
 

Welche natürliche oder übernatürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Oh nein, nicht noch mehr… Doch, vielleicht Eines: Licht aus Energie zu machen. Daran übe ich noch.

 
 

Ihr Lieblingskünstler?

Ich selbst. Splerin.ch Ich schaue nicht gerne andere an, ich will meine eigene Kunst machen.

 
 

Welches war der beste Rat, den Sie in Ihrem Leben bekommen haben und von wem?

«Trust but verify» von einem Master Black Belt, einem guten Kollegen.

 
 

Ein Missgeschick?

Beim Mischen von Epoxidharz habe ich mich mal um den Faktor 10 verrechnet. Bei der raschen Kühlung mit Wasser entstand aus dem Werkstoff dann ein schönes Kunstwerk.

 
 

Was ich sonst noch sagen möchte

Man hat im Job nie genügend Zeit, um es richtig zu machen, aber immer genügend Zeit, um es nochmals zu machen. Deshalb mache ich DMAIC. Solange ich die Hauptursache nicht gefunden habe, weiss ich nicht, was ich verbessern soll.

 
 

Meine Lebensweisheit

Ich werde täglich dümmer. Wenn ich mein Wissen durch das Wissen teile, das heute auf der Welt herrscht, dann werde ich jeden Tag relativ dümmer. So ist der Anspruch nach Allwissenheit obsolet.

 
 
 
 
 
 

Kontaktaufnahme

 
 
Zum LinkedIn-Profil von Guido Schaniel
 
 
 



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