16.06.2022

Nicht Buhmann, sondern Innovationsleader

Newsbeitrag: Nicht Buhmann, sondern Innovationsleader - Header

«Du hast kei­ne Chan­ce, aber nut­ze sie!» Die­ses Zi­tat von Her­bert Ach­tern­busch steht am Schluss der Trans­fer- und Re­fle­xi­ons­ar­beit von Re­to Bau­meler, die er als Lei­stungs­nach­weis zum Lehr­gang Nach­hal­tig­keits­ma­na­ger er­stellt hat. Wir er­hal­ten in die­sem Bei­trag ei­nen Ein­blick in die Pra­xis ei­nes Nach­hal­tig­keits­ma­na­gers und die Her­aus­for­de­run­gen ei­nes KMU in der Ver­packungs­in­du­strie.

Tra­ge Sor­ge zum Hier und Jetzt – und tu dies nicht zu La­sten an­de­rer. Die­se Hal­tung ist im Ge­spräch mit Re­to Bau­meler per­ma­nent spür­bar. Er ar­bei­tet schon 30 Jah­re in der Bach­mann Group und war in un­ter­schied­li­chen Auf­ga­ben­be­rei­chen ver­ant­wort­lich, wie Lo­gi­stik, Ein­kauf und vie­le Jah­re In­for­ma­tik so­wie Qua­li­täts­sy­ste­me. Als Mit­glied der Ge­schäfts­lei­tung ist er heu­te ver­ant­wort­lich für Ma­na­ge­ment­sy­ste­me (Qua­li­tät, Hy­gie­ne, Si­cher­heit, Um­welt) und Su­stai­na­bi­li­ty.


Un­ter der Tat­sa­che, dass heu­te ein re­gel­rech­tes Kunst­stoff-Ba­shing be­trie­ben wird, lei­det die Bran­che merk­lich. Lit­te­ring, schwim­men­des Pla­stik in den Welt­mee­ren und gros­se Ab­fall­hal­den ha­ben sich in die Ge­dächt­nis­se vie­ler Men­schen ein­ge­brannt. Es kommt hin­zu, dass die Erd­öl­re­ser­ven mit eben­falls un­an­ge­neh­men Fol­gen spür­bar knap­per wer­den. Ne­ben die­ser ge­sell­schaft­li­chen Wahr­neh­mung un­ter­liegt die Ver­packungs­in­du­strie (v.a. der Food-Be­reich) auch ei­nem gros­sen Än­de­rungs­druck der Kun­den und zu­neh­men­den ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen und Steu­ern.

In die­sem Um­feld be­haup­tet sich die BACH­MANN Group als ein ty­pisch schwei­ze­ri­sches Fa­mi­li­en-KMU schon über 50 Jah­re sehr er­folg­reich. Bis vor 5 Jah­ren war die Fir­men­grup­pe aus­schliess­lich im Be­reich Kunst­stoff un­ter­wegs. Mitt­ler­wei­le ha­ben die Werk­stof­fe Alu­mi­ni­um für Kaf­fee­kap­seln und auch Pa­pier, Kar­ton so­wie de­ren Ver­bund mit Kunst­stof­fen als Se­cond-Skin Ein­zug ge­hal­ten. Ne­ben dem wich­ti­gen Hei­mat­markt Schweiz sind die Nach­bar­län­der be­deu­ten­de Ab­satz­märk­te. Sämt­li­che Fir­men be­fin­den sich seit je­her in Hoch­dorf LU. Die Fir­men­grup­pe be­schäf­tigt 300 Mit­ar­bei­ten­de.

Mo­der­ne Aus­rich­tung

Die Sta­ke­hol­der wol­len ih­re Fra­gen ge­klärt ha­ben und neue Lö­sungs­an­sät­ze se­hen. In die­sem Kon­text ent­stand vor zwei Jah­ren ei­ne neue Un­ter­neh­mens­stra­te­gie mit Schwer­punkt auf Nach­hal­tig­keit. Dar­aus er­ar­bei­te­te man ei­ne 5-Jah­res-Road­map Nach­hal­tig­keit, wel­che kon­se­quent und schritt­wei­se um­ge­setzt wird.


Cir­cu­lar Packa­ging by 2025 - Ver­packun­gen kom­plett kreis­lauf­fä­hig. Dies ist die sehr am­bi­tiö­se Vi­si­on der BACH­MANN Group. Ver­packungs­pro­duk­te sol­len zu 100% aus re­zy­klier­ten oder re­zy­klier­ba­ren Roh­ma­te­ria­li­en her­ge­stellt wer­den. Zu­dem wird, falls sinn­voll, bio­lo­gisch ab­bau­ba­res Ma­te­ri­al aus nach­wach­sen­den Quel­len ein­ge­setzt. Da­mit un­ter­stützt Bach­mann auch die Zie­le der Cir­cu­lar Pla­stic Al­li­an­ce.


Her­aus­for­de­run­gen

An Ver­packun­gen, z.B. ei­ne Bli­ster­ver­packung für Schin­ken­schei­ben, wer­den un­ter­schied­lich­ste An­for­de­run­gen und Funk­tio­nen ge­stellt:


  • Eig­nung für das ver­pack­te Le­bens­mit­tel
  • Ma­xi­ma­le Ver­län­ge­rung der Halt­bar­keit (z.B. des Schin­kens)
  • Ver­bot ge­fähr­li­cher In­halts­stof­fe (wie z.B. ROHS)
  • Ver­hin­de­rung von Bak­te­ri­en und Ver­schmut­zun­gen (Her­stel­lung na­he­zu un­ter Rein­raum­be­din­gun­gen)
  • Ein­hal­tung ge­setz­li­cher Vor­schrif­ten und Mi­gra­ti­ons­grenz­wer­te
  • Gu­te Ver­schliess­bar­keit mit­tels Sie­gel­ver­fah­ren
  • Ein­fa­che und voll­stän­di­ge Ent­leer­bar­keit des Bli­sters
  • Ver­packung mit ge­wis­sem Al­lein­stel­lungs­de­sign (Mar­ke­ting­an­spruch)
  • Ab­pack­vor­gang (hier in der Gross­metz­ge­rei) ma­schi­nen­gän­gig und ro­bo­ter­taug­lich
  • Für Dis­tri­bu­ti­on eng sta­pel­bar, nicht zer­drück­bar und mög­lichst leicht
  • La­bel­ling­mög­lich­keit für Le­bens­mit­tel­in­halt (Be­schrif­tun­gen nach un­ter­schied­li­chen Vor­schrif­ten und in ver­schie­de­nen Spra­chen)
  • Eig­nung für ge­kühl­te La­ge­rung
  • Kein Kon­den­sie­ren, brü­chig wer­den oder trüb an­lau­fen
  • Mög­lichst tie­fe Ko­sten
  • … und jetzt soll die Ver­packung auch noch nach­hal­tig sein!

Der Lösungsansatz – der massgeschneiderte BACHMANN Sustainability Check

Bei die­sem span­nen­den An­satz wer­den un­ter­schied­li­che Ver­packungs­lö­sun­gen ein­an­der ge­gen­über­ge­stellt. Die Be­wer­tung geht weit über CO2 und Re­zy­kla­tan­teil hin­aus.


In ei­ner ei­gens er­stell­ten Check­li­ste wer­den Ver­packungs­va­ri­an­ten da­hin­ge­hend be­wer­tet, wie gut sie ver­schie­de­ne Nach­hal­tig­keits-Kri­te­ri­en er­fül­len. Wich­ti­ge Kri­te­ri­en die­ser Check­li­ste sind:


Pro­dukt­schutz

Zu­erst wird die zen­tra­le und ei­gent­li­che Haupt­auf­ga­be ei­ner Ver­packung be­leuch­tet: Den In­halt so gut wie mög­lich ge­gen Ver­schmut­zung, me­cha­ni­sche Be­schä­di­gung und vor al­lem ge­gen Ver­derb zu schüt­zen. Food­wa­ste ist et­was vom Schlimm­sten, was mit Nah­rungs­mit­teln pas­sie­ren kann.


Zir­ku­la­ri­tät

Als wei­te­re Per­spek­ti­ve wird die Kreis­lauf­fä­hig­keit be­trach­tet. Ist der ver­wen­de­te Roh­stoff nach­wach­send (NA­WA­RO) oder wie hoch ist der Re­zy­kla­tan­teil? Gibt es die Re­cy­cling­fä­hig­keit am En­de vom Le­bens­zy­klus oder – noch viel sinn­vol­ler – kann die Ver­packung mehr­fach ver­wen­det wer­den?


Um­welt

Last but not least die Um­welt­be­trach­tungs­wei­se. Wie hoch ist der Car­bon Foot­print? Wie­viel Ma­te­ri­al und von wel­chem Typ wird ver­wen­det? Wie sieht es mit der Ver­packungs­ef­fi­zi­enz aus? Und vie­les mehr.

In­no­va­ti­ve Ver­packungs­lö­sun­gen

Der In­no­va­ti­ons­pro­zess ist stark ge­prägt durch den In­ha­ber und CEO Re­to Bach­mann, wel­cher gleich­zei­tig als Pro­zess­lei­ter auch ver­ant­wort­lich für die aus­ge­präg­te In­no­va­ti­ons­stär­ke ist. Die­se ge­leb­te Of­fen­heit, Fle­xi­bi­li­tät und In­ve­sti­ti­ons­be­reit­schaft wi­der­spie­gelt auch das er­freu­li­che Un­ter­neh­mens­wachs­tum, das kon­se­quen­te Ein­ge­hen auf Kun­den­ide­en und die Aus­wei­tung der Ak­ti­vi­tä­ten auf neue Ma­te­ria­li­en.


Wie wird jetzt die In­no­va­ti­ons­stär­ke ge­nutzt, um die ho­hen Nach­hal­tig­keits­zie­le zu er­rei­chen? Ein wich­ti­ger Pfei­ler sind die kon­se­quen­te An­wen­dung von Eco­de­sign Gui­de­li­nes bei Neu­ent­wick­lun­gen.

Und da ist noch viel mehr…

In die­sem Bei­trag ha­ben wir ei­nen Fo­kus auf die Kun­den­lö­sun­gen ge­setzt. Die Ak­ti­vi­tä­ten im The­ma Nach­hal­tig­keit im Ar­beits­all­tag von Re­to Bau­meler um­fas­sen aber noch viel mehr. Hier ein Aus­zug:


  • Pro­jekt So­lar­kraft­werk auf La­ger und Ge­bäu­den
  • Work­shops mit Kun­den zur Sen­si­bi­li­sie­rung
  • Auf­bau ei­ner Wis­sens­da­ten­bank
  • «Go pu­blic» ex­ter­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on
  • Mit­ar­beit in Gre­mi­en und Netz­wer­ken

Fa­zit

Nach­hal­tig­keit ist viel mehr als ei­ne Mo­de­strö­mung oder ein­fach nur ein Trend. Trotz Pan­de­mie, Krieg und dro­hen­der Welt­wirt­schafts­kri­se – Nach­hal­tig­keit be­stimmt un­ser Le­ben, un­se­re Ge­gen­wart und un­aus­weich­lich die Zu­kunft von uns al­len. Am An­fang stand das Zi­tat «Du hast kei­ne Chan­ce, aber nut­ze sie».


Das Bei­spiel BACH­MANN Group zeigt, was an Chan­cen­nut­zung mög­lich ist, wenn man wirk­lich will. Hier spürt man das not­wen­di­ge Herz­blut, die Ent­schluss­kraft, den Mut und das Ver­trau­en in die ei­ge­nen Fä­hig­kei­ten.

Wir dan­ken Re­to Bau­meler und der BACH­MANN Group für die Ein­blicke in die Ar­beit.

Quel­le: Re­to Bau­meler; Re­fle­xi­ons- und Trans­fer­ar­beit im Lehr­gang Nach­hal­tig­keits­ma­na­ger, Früh­ling 2022

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